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Einladung

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe EbM-Netzwerk-Mitglieder, liebe EbM-Interessierte!

Seit etwa 20 Jahren verfolgt das Netzwerk Evidenzbasierte Medizin das Ziel, einen „bewussten, ausdrücklichen und abwägenden Gebrauch der jeweils besten empirischen Evidenz für Entscheidungen in der Versorgung einzelner Kranker, von Gruppen von Kranken und Bevölkerungen“ zu erreichen.

Wir freuen uns sehr, dass nun zum ersten Mal die Jahrestagung des Netzwerks in der Schweiz stattfinden wird. Vom 13. bis 15. Februar 2020 werden wir uns am Unispital Basel unter dem Leitmotiv „Nützliche Patientenrelevante Forschung“ der Frage widmen „Wie bekommen wir die Evidenz, die wir brauchen“.

Wir beschäftigen uns viel damit, wie wir Evidenz in die Versorgung implementieren, wie wir sie zusammenfassen und bewerten oder wie wir sie beispielsweise für Leitlinien, Gesundheitsinformationen oder Erstattungsentscheidungen nutzen können. Aber viel zu wenig beschäftigen wir uns damit, wie wir die Evidenz bekommen, die wir brauchen. Es gibt hunderttausende klinische Studien – und trotzdem können Fragen von Patienten, Ärzten, Pflegenden und anderen Nutzern von Evidenz sehr oft nicht beantwortet werden – weil patientenrelevante nützliche Forschung hierzu fehlt.

Was können wir tun, um eine Forschungslandschaft zu gestalten, die solche Evidenz schafft? Wie stellen wir die richtigen Forschungsfragen und setzen die richtigen Prioritäten? Und was können insbesondere Forschungsförderer, Gesetzgeber, Versicherer oder HTA-Agenturen tun?

Als möglicher Weg zu patienten-relevanter Forschung wird die Einbindung von Patienten in die Planung und Durchführung von Studien gefordert. Aber das ist leichter gesagt als getan – wie schaffen wir das ganz konkret? Was können klinische Forscher hier aus anderen Bereichen lernen, zum Beispiel von Leitliniengruppen oder Gesundheitsinformationen?

Klinische Studien brauchen geeignete Strukturen – aber welche besonders hilfreich sind und sich in der Praxis bewährt haben und welche fehlen, ist nicht immer klar. Wo hemmt Bürokratie Wissenszuwachs und Innovation? Wir brauchen hervorragend ausgebildeten Forschungsnachwuchs, aber wie und wo lehren und lernen wir, klinisch zu forschen, sodass es Patienten nützt?

Es wird oft behauptet, klinische Studien seien besonders teuer und brauchen besonders viele Ressourcen – aber stimmt das wirklich und muss das so sein? Was macht Studien teuer und wie können Kosten gespart werden? Welche Möglichkeiten eröffnen innovative Studiendesigns und neue Technologien, zum Beispiel Routinedaten oder digitale Patient-Reported Outcomes?

Und wenn es nützliche Evidenz gibt, wie bekommen wir Zugang zu den Ergebnissen und Daten?

In Basel wollen wir uns hierüber austauschen und bewusst den Schwerpunkt auf praktische Erfahrungen und Lösungsvorschläge legen. Wir wollen über die Landesgrenzen hinweg voneinander lernen und den internationalen Bezug betonen.

Wir freuen uns über zahlreiche Beiträge und mögliche Antworten auf diese Fragen in verschiedenen Vorträgen, Symposien und Workshops. Natürlich bietet der Kongress wie jedes Jahr auch ein Forum zur Diskussion von EbM-Themen, die nicht unmittelbar zum Schwerpunktthema gehören. In zahlreichen Trainingsworkshops und speziellen Veranstaltungen möchten wir die Methoden der Evidenzbasierten Medizin diskutieren und gezielt auch den Nachwuchs einbinden.

Wir hoffen, Sie im Februar 2020 in Basel begrüssen zu dürfen

PD Dr. med. Lars G. Hemkens   Univ.-Prof. Dr. med. Andreas Sönnichsen
Universität Basel Medizinische Universität Wien
Kongresspräsident   Vorsitzender des EbM-Netzwerks