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Einladung

17. Jahrestagung des EbM-Netzwerks, 3.-5. März 2016

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe EbM-Netzwerk-Mitglieder,

“Gemeinsam informiert entscheiden” – so das Leitmotiv des EbM-Netzwerks und so auch das Motto des 17. EbM-Kongresses, der vom 3. bis zum 5. März 2016 in Köln stattfinden wird.

Wir möchten damit das zentrale Anliegen von Professor David L. Sackett aufgreifen, des am 13. Mai 2015 verstorbenen Pioniers der Evidenzbasierten Medizin und ersten Ehrenmitglieds des EbM-Netzwerks. Bereits im Jahr 2000 hat David L. Sackett in seiner Definition von Evidence-based Medicine auf die Rolle der Patientenbeteiligung hingewiesen: „EBM is the integration of best research evidence with clinical expertise and patient values.“ (Sackett, DL, et al. How to practice and teach EBM. Edinburgh: Churchill Livingstone; 2000.).
Klinische Expertise wurde von Gordan Guyatt, einem weiteren Pionier der Evidenzbasierten Medizin, definiert als “Clinical expertise is the ability to integrate research evidence and patients‘ circumstances and preferences to help patients arrive at optimal decisions.” (Guyatt, G, et al. Evidence based medicine has come a long way. BMJ 2004; 329: 990-1.).

Während der EbM-Aspekt der Suche nach der besten Evidenz bekannt und etabliert ist, gerät leicht aus dem Blick, dass auf dieser Basis Entscheidungen von Individuen getroffen werden sollen. EbM im Sackett’schen Sinne umfasst dabei die Kompetenzen, Präferenzen und Wertvorstellungen von Handelnden und Betroffenen. Wir wollen diesen Aspekt, sozusagen die 3. Säule der Evidenzbasierten Medizin in den Mittelpunkt unserer Jahrestagung in Köln stellen.

Auch wenn Evidenzbasierte Patienteninformation und partizipative Entscheidungsfindung heute bereits in Leitlinien gefordert werden, gibt es noch viele offene Fragen, die wir in Köln diskutieren wollen:

  • Ist informierte Patientenentscheidung Luxus oder ethisch legitimiertes Recht der Patientinnen und Patienten? Inwieweit wird daraus die Pflicht, sich umfassend informieren zu lassen?
  • Welchen Nutzen hat die informierte bzw. partizipative Entscheidungsfindung? Wie wird dieser Nutzen gemessen? Ist sie auch geboten, wenn ein Nutzen fehlt?
  • Wie wird das Patientenrechtegesetz umgesetzt – zum Beispiel in Aufklärungsgesprächen und –materialien?
  • Welche Informationen wollen bzw. brauchen Ärztinnen und Ärzte bzw. Patientinnen und Patienten für informierte Entscheidungen? Was sind geeignete Kontextbedingungen?
  • Wie können wir spezifischen Gruppen gerecht werden wie Asylsuchenden oder Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit einem geringen Maß an Bildung?

Wie jedes Jahr bietet der Kongress auch ein Forum zur Diskussion von EbM-Themen, die nicht unmittelbar zum Schwerpunktthema gehören.

Neben (hoffentlich) kontroversen Diskussionen wird in Köln eine Fülle von Seminaren und Trainingsworkshops angeboten werden. Die Kongressräumlichkeiten laden zum Austausch in kleinen Gruppen ein. Und wir werden gemeinsam im Schatten des Doms feiern – auch in Erinnerung an die dann 15 Jahre zurückliegende 3. Jahrestagung des EbM-Netzwerks, Köln 2001, damals unter dem Motto “Evidence-based Medicine zwischen Krankenversorgung, Wissenschaft und Politik”.

Wir würden uns freuen, Sie im März 2016 in Köln begrüßen zu dürfen. 

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I. Mühlhauser

Vorsitzende DNEbM

G. Ollenschläger

Kongresspräsident

S. Stock

Orga-Komitee

J. Windeler

Programm-Komitee